DOCSIS

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Begriff

DOCSIS ist eine Technik die es ermöglicht bestehende Kabelfernseh-Netze zur Übertragung DSL-ähnlicher Bandbreiten zu nutzen. Ansonsten hat DOCSIS mit DSL nicht viel gemeinsam und ist eine eigene Technologie. Beide Techniken bedienen heute mit vergleichbaren Kosten den Breitbandmarkt, jedoch kann DOCSIS über sehr viel größere Distanzen hohe Bandbreiten bereitstellen als DSL.

Der größte Nachteil von DOCSIS ist die Tatsache dass nicht überall Kabelfernseh-Netze existieren, im damals einbrechenden Satellitenzeitalter war die Anschaffung eines mit dauerhaften Zusatzkostenkosten verbundenen Kabelanschlusses ein meist vermeidbares Verlustgeschäft. Im Zusammenhang mit DOCSIS bereuen heute viele Haushalte dass sie sich damals gegen einen Kabelanschluss gewehrt haben, eine nachträgliche Installation wie beim Telefon ist nicht ohne weiteres möglich.

EuroDOCSIS

Der DOCSIS-Standard orientiert sich an der ursprünglichen Einteilung der im Kabelnetz verwendeten Frequenzbänder in Fernsehkanäle, basierend auf dem zur Übertragung in Nordamerika gängigen NTSC-Verfahren. Da das in Europa übliche PAL-Verfahren eine größere Bandbreite je Kanal benötigt ist die Aufteilung der Frequenzbänder hier auch eine andere, entsprechend gibt es daher auch den EuroDOCSIS Standard.

Wie bei allen Breitbandstandards gibt es auch hier die EuroDOCSIS-Generationen 1.0, 1.1, 2.0 und 3.0. Diese unterscheiden sich u.A. durch den maximal erreichbaren Datendurchsatz. Die EuroDOCSIS 3.0 Norm erhöht die Bandbreite gegenüber der Vorgängernorm durch Bündelung mehrerer Kanäle. Dabei wurde weder im Upstream noch im Downstream eine Obergrenze reguliert. Theoretisch sind damit nahezu belieige Bandbreiten erreichbar, die Anzahl gebündelter Kanäle wird jedoch von der verwendeten Hardware und wie beim VDSL vorwiegend vom Anbieter beschränkt.

Die AVM Kabel-Modelle 6360 und 6320 unterstützen je Richtung 4-fache Kanalbündelung, damit sind 220 MBit/s Downstream und 120 MBit/s Upstream möglich, die zumindest in Deutschland bisher kein Anbieter liefert. In der gängigen Praxis werden derzeit meist nur ein Upstream-Kanal und alle 4 Downstream-Kanäle bereitgstellt. Die draus resultierenden Bandbreiten ähneln denen von VDSL.

Fortsetzung folgt...

Warnung vor der Modifikation von DOCSIS-Modems

Im Gegensatz zur DSL-Technik bei der ein Router nur Zugriff auf die eigene Zweidraht-Leitung und dadurch auch nur auf den eigenen Datenstrom hat, ist es die Natur von DOCSIS dass alle Daten der im selben Segment versorgten Kunden mit auf der selben Leitung kursieren. DOCSIS arbeitet zwar mit Verschlüsselung, jedoch sind DOCSIS-Modems zur weiteren Absicherung "zugemauerte Geräte", die dem Nutzer ohne Modifikation kaum Raum für technische Interaktion bereitstellen.

Dies betrifft auch die Kabel-Modelle von AVM. Im Gegensatz zu fast allen FRITZ!Box-Modellen wurde absichtlich trotz ausreichendem Platz kein telnetd in die Firmware eingebaut (CONFIG_NOTELNETD='y'). Zudem wurden weitere Türchen geschlossen, von der fehlenden Update-Funktion im Webinterface bis hin zur entfernten ADAM2 Shell. Natürlich gibt es für den versierten Techniker immer Mittel und Wege in ein physikalisch zugängliches System einzudringen, diese werden hier jedoch wegen der Sachlage absichtlich nicht dokumentiert.

Hintergrund ist dabei nicht das Verhindern einer wünschenswerten Freetz Installation, die derzeit leider wegen fehlender ARM-Unterstützung und Firmware-Erhältlichkeit unmöglich ist. Vielmehr würde ein Zugang zur Box die per Konfiguration durch den Anbieter vorgenommene Provisionierung dem Benutzer offen legen, deren Manipulation zur Erschleichung nicht bezahlter Dienstleistungen missbraucht werden könnte.

In vielen Ländern hat sich daher eine DOCSIS-Hacker Scene gebildet die ihr technisches Wissen (teilweise auch kommerziell) nutzt um die Systeme der Anbieter auszutricksen. Dies ist genau so illegal wie die damalige Erschleichung von Telefonie-Dienstleistungen durch Blueboxing, und wird auch ebenso strafrechtlich verfolgt bis hin zu Verhaftungen.

Daher sei hier jeder gewarnt dass durch "nur mal eben ein schönes OpenSource Programm hinzuzufügen" bei einer eventuellen Ermittlung im jeweiligen Kabelsegment leicht Missverständnisse entstehen können, oder die Tatsache gar als Indiz für eine niemals begangene Straftat angesehen werden könnte. Zudem sind fast alle derzeit kursierenden Kabel-Modelle von AVM Firmeneigentum der Anbieter, deren Modifikation durchaus als Sachbeschädigung angesehen werden könnte.

Bisher wurde nur der Diebstahl von Dienstleistungen verfolgt. Die Modifikation des *eigenen* DOCSIS-Modems zu Diagnosezwecken wird allgemein als legal betrachtet, jedoch dürfte der Beweis dieser Intention im Zweifelsfall schwierig werden. Dies ist keine juristische Auskunft sondern Resultat einer unverbindlichen Recherche im Netz.

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Siehe auch

DOCSIS: (14)

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